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Ganz früher

Slawische Wurzeln

Gessin ist im Ursprung eine frühe slawische Siedlung des 6. oder 7. Jahrhunderts (um 1247 "villa Jacin", um 1337 „dorp Getzin“, um 1349 „dorp to Jessyn“ ), liegt am südlichen Rand des Siedlungsgebietes der Zirzipanen* und die Bewohner gehörte wahrscheinlich diesem bis zur endgültigen Übernahme des "deutschen Rechts" auch dem Stamm der Zirzipanen an.
Es ist nicht bekannt, dass das Gebiet um Gessin von den den Obodriten oder Pomoranen erobert wurde. Anzunehmen ist eher, dass auch das Gebiet um Gessin unter der Einwirkung des Darguner Klosters stand (Flurnamen wie der Klosterberg könnten darauf hinweisen) und die Bewohner so im Zuge der Ostsiedlung durch Deutsche assimiliert wurden.
Das Dorf jedoch ist in seiner Struktur als typisches Angerdorf erhalten geblieben.

Ob die Zirzipanen bei ihrer Besiedlung auf germanische Restbevölkerung stießen und sich mit diesen vermischten, ist nicht bekannt. Ein Hinweis hierdrauf könnte der Wahrensberg sein. Eine ältere Schreibweise ist ohne "h" bekannt. So könnte der Name im Zusammenhang mit germanischen Warnen** stehen, die in unserem Gebiet siedelten.


** Die Warnen (Varini) waren ein germanischer Volksstamm. Die althochdeutsche Form ihres Namens ist Warjan. Plinius der Ältere erwähnt in seiner Naturalis historia (lat. Text) die Varinae, Burgunden, Gutonen und Charini als Unterstämme der Vandili (Wandalen). Tacitus zählt in Abs. 40 seiner Germania (lat. Text: ) die Varini zu den sieben kleinen und unkriegerischen Stämmen, die er den großen Suebenstämmen Semnonen und Langobarden gegenüberstellt und die durch Wälder und Flüsse vor Kämpfen und Herausforderungen geschützt seien. Claudius Ptolemäus erwähnt um 150 nach Chr. in seiner Geographike Hyphegesis die Οuίρουνοι (Ouirunoi/Viruni) als kleinen Stamm zwischen den Saxonen, die am Nacken der Kimbrischen Halbinsel (etwa Holstein) wohnen und den Sueben. Deren Unterstamm Semnonen lebte zwischen der Elbe und dem Fluss Suevus. Die von ihm festgehaltenen geografischen Daten lassen trotz Unterschieden zum heutigen Gradnetz den Suevus als Swine und Oder (ist auch im Binnenland Stammesgrenze) identifizieren und den weiter westlich mündenden Χαλούσος (lat.: Chalusus) als die Warnow.
Die Historiker sich nicht ganz einig, ob die drei antiken Autoren denselben Stamm meinten. Das Siedlungsgebiet scheint im westlichen Mecklenburg gelegen zu haben. In der Völkerwanderungszeit verließ im 2. oder 3. Jahrhundert der größte Teil der Warnen zusammen mit Volksteilen der benachbarten Angeln ihre Heimat und wanderten in damalige Siedlungsgebiete der Hermunduren ein. Ein Teil mag zurückgeblieben sein und sich mit den im 6. bis 8. Jahrhundert nachrückenden Slawen vermischt haben. Einige aber nicht viele Gewässer- und andere geografische Namen zwischen Elbe und Oder verweisen auf vorslawische germanische Ursprünge. Inwieweit sich das antike Siedlungsgebiet der Warnen aus heutigen Namen ablesen lässt, ist zweifelhaft. So werden die Toponyme Warnow, und Warin wahlweise auf die Warnen oder slawische Worte zurückgeführt: Warnow von wran (warna, wron) für Krähe oder Rabe, Warin über einen Personennamen von wariti (kochen). Der Name der Stadt Waren wird oft mit Ptolemäus' Οuιρουνον (lat.: Virunum) in Verbindung gebracht und könnte so auf den Stammesnamen der die Warnen zurückgehen.

* Die Zirzipanen (auch Circipanen, dt. um die Peene) waren ein mittelalterlicher elbslawischer Stamm und einer der Teilstämme der Liutizen. Sie siedelten um den Teterower See auf dem Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommern. Das Stammesgebiet Zirzipanien umfasste die Burgwardbezirke Demmin, Dargun, Krakow am See, Sukow und Altkalen. Das ist der Bereich südlich der Recknitz und Trebel und westlich des Malchiner Sees und des Kummerower Sees, im Bereich der heutigen Landkreise Güstrow (Ostteil) und Demmin.
Im 6. und 7. Jahrhundert wurde diese Gegend von dem Volksstamm besiedelt. Teterow wurde zum Zentralort des Stammes. Im 9. Jahrhundert wurde auf der Insel im Teterower See ein Burgwall aufgebaut. Er diente nicht nur als Fürstensitz, sondern auch als Hauptkultplatz und Tempelort für die slawische Gottheit Svantovit. Im 11. und 12. Jahrhundert kam das Land mehrfach unter dänische Herrschaft, zudem zogen u.a. die Obodriten und Pomoranen gegen Zirzipanien und der Stamm wurde nahezu ausgerottet. Zirzipaniens westliche Gebiete kamen an das Obodritenfürstentum, dem späteren Mecklenburg, während die Demminer Gegend bei Pommern verblieb. 1147 verwüstete der Wendenkreuzzug und mehrere Dänenfeldzüge nach 1170 das Gebiet mehrmals. Später wurde die Gegend im Zuge der Ostsiedlung durch Deutsche besiedelt, die restlichen Zirzipanen wurden assimiliert.